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Projektübersicht

Mellaubahn

Mellau

PLANUNGSKOMPETENZ IN ZWEITER GENERATION

Der Bau der Mellaubahn im Jahr 1972 war das Gründungsprojekt von Salzmann  Ingenieure.  Nach vierzig Jahren starteten die Bergbahnen Mellau eine Modernisierungsoffensive: Eine  8er Sesselbahn  ersetzt seit 2013 den  Doppelschepplift Rossstelle. 2015 wurde  in einem zweiten  Schritt die Mellaubahn  komplett abgetragen  und  neu gebaut. Diese 10er Kabinenbahn  bietet Tagesgästen  seither den  idealen  Einstieg in  das Skigebiet Mellau Damüls.

Die Bergbahnen Mellau und Damüls trugen bereits im Jahr 2009 einem Branchentrend Rechnung und verbanden die beiden Skigebiete mit der Gipfelbahn. Seither ist „Schneereich – Damüls, Mellau, Faschina“ mit 29 Bahnen und Liften und insgesamt 109 Pistenkilometern das größte Skigebiet im Bregenzerwald (Vorarlberg). Die Bergbahnen Mellau beschlossen daraufhin, ihre Liftanlagen Schritt für Schritt zu modernisieren und engagierten für die Planung und Umsetzung das Bregenzer Planungsbüro Salzmann Ingenieure. „Über diesen Auftrag freute ich mich sehr. Die Mellaubahn ist ein Grundstein unseres Familienunternehmens“, berichtet Geschäftsführer Stephan Salzmann. Denn als der Vater des heutigen Geschäftsführers im Jahr 1972 mit dem Projekt Mellaubahn betraut wurde, wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete Salzmann

Ingenieure. „Dass wir das Projekt in zweiter Generation fortführen durften, empfinde ich als eine große Ehre.“

8SB Rossstelle – für rundum mehr Komfort

Den Auftakt machte 2013 die Rossstelle. Der vorhandene Doppelschlepplift erfüllte einerseits die Transferfunktion von der Bergstation Mellaubahn zur Gipfelbahn Richtung Damüls. Andererseits erschloss der Schlepplift als Wiederholungsanlage für schwächere Skifahrer und Skikurse die blauen Pisten oberhalb der Mellaubahn. Die Liftanlage war aus mehreren Gründen nicht mehr zeitgemäß: Die Förderleistung reichte für beide Funktionen nicht mehr aus. Zudem war der Standort von Berg- und Talstation in Hinblick auf den Gästekomfort nicht ideal und die Trasse trennte die Pistenfläche. Salzmann Ingenieure plante eine kuppelbare 8er Sesselbahn. Die neue Trasse ist nach Nordost verschwenkt. Damit hat sich der Zugang zur Bahn und die Ausnutzung der Pistenfläche verbessert. Die Seilbahn ist als kuppelbare Sesselbahn ausgeführt. Antrieb und Spannung sowie die Garagierung sind in der Talstation untergebracht. Wetterschutzhauben, Sitzheizung und Durchrutschsicherung sorgen für den Komfort der Wintergäste.

10 EUB Mellaubahn – für den besseren Einstieg

Die Mellaubahn, die 1972 erbaut und 1986 modernisiert wurde, war nach dem Zusammenschluss der Skigebiete an ihre Grenzen gestoßen. Die Förderleistung der 4er Gondelbahn mit 1000 Personen pro Stunde reichte bei weitem nicht mehr aus, und auch der Komfort entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die Talstation liegt im Nahebereich der Bregenzerwälderstraße (L200) im Ortsgebiet von Mellau. Damit ist die Bahn im Winter nicht nur der erste und attraktivste Einstieg in das Gebiet, sondern bei guter Schneelage und geöffneter Talabfahrt eine hoch frequentierte Wiederholungsanlage. Auch im Sommer ist die Bahn in Betrieb und gilt als beliebtes Ausflugsziel für Wanderer.

Maßgeschneiderte Planung

Bereits 2012 starteten der Bauherr und die Bregenzer Ingenieure mit dem Projekt. „Eine sorgfältige Planung macht sich spätestens bei der Umsetzung bezahlt – sowohl zeitlich als auch finanziell“, ist Salzmann überzeugt. Die Berechnungen ergaben eine notwendige Förderleistung von rund 3000 Personen pro Stunde. Salzmann Ingenieure empfahlen eine kuppelbare Einseilumlaufbahn mit Kabinen für zehn Personen. „Als selbstständiger Planer sind wir unabhängig von Herstellern. Unser Ziel ist es, unseren Kunden die beste Lösung zum besten Preis am Markt anzubieten“, sagt Stephan Salzmann.

Bessere Anbindung der Bergstation

Eine Zielsetzung des Projekts war es auch, die Anbindung der Bergstation an die Talstation der Rossstelle zu verbessern. Denn bislang mussten die Wintersportler den kurzen Anstieg zur Rossstelle zu Fuß bewältigen. Daher wurde die alte Bergstation der Mellaubahn komplett abgetragen und auf das Niveau der Talstation Rossstelle gebracht. „Nicht nur die Besucher, auch die Gastronomiebetriebe und Geschäfte in den Stationen profitieren von der Angleichung“, erklärt der Geschäftsführer.

Die Bahn erfüllt modernste Anforderungen an Sicherheit und Komfort. Der Antrieb befindet sich in der Bergstation. Die hydraulische Spanneinrichtung ist in der gut erreichbaren Talstation untergebracht. Hier befinden sich neben Büro-, Besprechungs- und Sanitätsräumen für die Bediensteten auch Lagerflächen und Technikräume. Die 76 Kabinen werden in der Tal- und Bergstation garagiert. So kann der Kabinen-Einsatz auf den aktuellen Transportbedarf angepasst werden. Mit einer großzügigen Kassenhalle, WC-Anlagen, einem Skiverleih samt Depot, einem Sportgeschäft und einem Café bietet die Talstation den Gästen eine attraktive Infrastruktur.

Pionierprojekt im Holzbau

Beim Bau von Berg- und Talstation war es dem verantwortlichen Architekturbüro Frick aus Reuthe ein Anliegen, aus alter Bregenzerwälder Handwerkstradition nach Möglichkeit den Baustoff Holz einzusetzen. „Seit dem Unglück in Kaprun hat der Brandschutz mit der Vorgabe, nicht brennbare Werkstoffe zu verwenden, den Einsatz von Holz im Seilbahnbau erschwert. Mit den Projekten in Mellau ist es gelungen, durch entsprechende Sicherheitsanalysen den Einsatz von Holz in einem ungewöhnlich hohen Anteil zu ermöglichen. Neben den Vorteilen beim Brandwiderstand ermöglicht Holz gute Gestaltungsmöglichkeiten. Aufgrund des hohen Holzanteils ist dieses Projekt dennoch eine Seltenheit im Alpenraum“, berichtet Salzmann. Die bodenberührenden Bauteile und die Untergeschosse sind in Massivbauweise, das Bahnsteiggeschoß in einer Holzkonstruktion ausgeführt. Der klar strukturierte Holzmantel der Talstation fügt sich gut in das Ortsbild ein. Das hölzerne Lamellenkleid der Bergstation nimmt sofort Verbindung zum Gebäude der Talstation und zur nahe gelegenen, geschindelten Rossstelle-Station auf.

Rasche Umsetzung

Der Abbruch der Gebäude und Stützen erfolgte im März 2015, der Spatenstich im April. Rechtzeitig zum Start der Wintersaison 2015/16 war das Projekt fertiggestellt. „Für die Größe des Projekts war der Zeitrahmen relativ knapp, aber dank der soliden Planung gut umsetzbar“, so Salzmann abschließend.

 

Anlagedaten

Antrieb
Berg
Antriebsleistung Betrieb
761 kW
Bahnsystem
Einseilumlaufbahn
Bauphase
2015
Fahrstrecke gesamt
2.090 m
Förderleistung
3.146 P/h
Anzahl Fahrzeuge
76
Höhenunterschied
680 m
Kabinenanzahl
76
Antriebsleistung Betrieb
800 kW

Eine große Herausforderung war neben der Projektgröße die kurz bemessene Bauzeit. An Bergstation, Talstation, Strecke und Parkplatz wurde gleichzeitig gearbeitet. Wir danken allen Beteiligten für die tolle Leistung und die hervorragende Zusammenarbeit. Bei diesem  Projekt haben alle Großartiges geleistet!

Herbert Frick, Geschäftsführer Bergbahnen Mellau