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Projektübersicht

Hüttenkopfbahn Golm

Tschagguns

DANK FOTOVOLTAIK WELTWEIT IN DEN SCHLAGZEILEN

Als erste Fotovoltaik-Sesselbahn der Welt sorgte die Hüttenkopfbahn international für Aufsehen. Nach nur vier Monaten Bauzeit ging die neue 6er-Sesselbahn zu Beginn der Wintersaison in Betrieb. Wichtigste Herausforderungen für Salzmann Ingenieure waren die Integration des Bestands und die Verbesserung der Windsicherheit. „Seit der Inbetriebnahme hat sich die Förderfrequenz verdoppelt“, freut sich Werner Netzer, Geschäftsführer von Illwerke Tourismus.

Nach 30 Jahren Betriebszeit erfüllte die 2er-Sesselbahn am Hüttenkopf nicht mehr die Anforderungen an Fahrleistung und Kom-

fort. Seit dem Bau der Rätikonbahn am Golmerjoch stellte der Betreiber Illwerke Tourismus zudem einen deutlichen Rückgang der Zahl der Fahrgäste fest. „Um wieder mehr Skifahrer zur etwas abseits gelegenen Hüttenkopfbahn zu bringen und die Rätikonbahn zu entlasten, haben wir uns für den Neubau entschieden“, erklärt Geschäftsführer Werner Netzer. „Ein Umbau wäre wirtschaftlich unrentabel gewesen.“

Mit der Umsetzung des Vorhabens betraute das Unternehmen das Bregenzer Planungsbüro Salzmann Ingenieure. Konkret umfasste der Auftrag die seilbahntechnische Projektierung und Einreich- planung, Detailplanung und Ausschreibung sowie das Projektmanagement. Die Gestaltung basiert auf einem Vorentwurf von Architekt Leopold Kaufmann.

Moderne kuppelbare 6er-Sesselbahn

Die alte 2er-Sesselbahn wurde durch eine moderne, leistungsstarke 6er-Sesselbahn mit Sitzheizung, Kindersicherung und Wetterschutzhaube der Firma Doppelmayr ersetzt. Schon während der Bauphase zog die Hüttenkopfbahn großes mediales Interesse auf sich. Illwerke Tourismus vermarktete sie als „erste Fotovoltaikbahn der Welt“. „Das war für uns ein wesentlicher Beitrag zur Positionierung des Golms als innovatives Tourismusunternehmen“, schildert Netzer. Auch innerhalb der Tourismusbranche fand das Projekt große Beachtung: Die Hüttenkopfbahn erhielt beim Wettbewerb Vorarlberger „tourismus-innovationen 2013“ einen Anerkennungspreis.

Die Talstation sowie die Bergstation wurden mit hocheffizienten Fotovoltaik-Modulen ausgestattet. Die Solarelemente befinden sich direkt an den Standard-Stationsverkleidungen des Seilbahnherstellers. Sie fügen sich formschön und dezent in das moderne Erscheinungsbild der Sesselbahnanlage ein.

Die gewonnene Solarenergie liefert ein Drittel des Gesamtstrombedarfs, insgesamt 60.000 Kilowattstunden jährlich. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 15 Einfamilienhäusern.

Windsicherheit verbessert

Im Zuge des Projekts wurde die Talstation komplett neu errichtet. Bei der Bergstation konnten die elektrischen Betriebsräume erhalten werden. Da es bisher bei starkem Wind immer wieder zu Unterbrechungen des Fahrtbetriebs kam, stand beim Neubau die Verbesserung der Windsicherheit im Fokus. Der neue Ausstiegsbereich ist auf zwei Seiten geschlossen, um die Angriffsfläche des Windes zu minimieren. Mit Erfolg: Die Störanfälligkeit ist im ersten Winter deutlich gesunken.

Bereits nach vier Monaten Bauzeit nahm die 6er-Sesselbahn im Dezember 2012 ihren Betrieb auf: „Die Umsetzung des Projekts verlief nach Lehrbuch. Wir konnten alle Termine wie auch das Budget genau einhalten“, erklärt der Geschäftsführer von Salzmann Ingenieure, DI Stephan Salzmann.

Auch der Bauherr Werner Netzer zeigt sich zufrieden: „Die hohe Gesamtkompetenz von Salzmann Ingenieure war für uns die Basis für die sehr gute Zusammenarbeit. Die Unabhängigkeit gegenüber Lieferanten hat deutliche Einsparungen möglich gemacht.“

Anlagedaten

Anzahl Stützen
12
Bahnsystem
6er-Sesselbahn kuppelbar
Bauphase
Mai - Sept 2012
Bauzeit
4 Monate
Fahrgeschwindigkeit
5 m/s
Fahrstrecke gesamt
1.341 m
Förderleistung
2.400 P/h
Höhe Talstation
1.637 m
Höhe Bergstation
2.032 m
Höhenunterschied
395 m
Investitionsvolumen
6,5 Millionen Euro
Mittlere Neigung
31,9 %
Sesselanzahl
63

Seit der Eröffnung der neuen Hüttenkopfbahn hat sich die Frequenz der Fahrgäste verdoppelt, die Störungsanfälligkeit der Bahn bei starkem Wind deutlich verringert. Kurzum: Wir haben unsere Projektziele erreicht.

Harald Feldkircher, Technischer Leiter Illwerke Tourismus

Die neue Hüttenkopfbahn ist ein Musterbeispiel für verant- wortungsvollen, umweltbe- wussten Infrastrukturausbau in unseren Bergen. Neben Regionalität und Gastfreund- schaft ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Eckpfeiler unserer Tourismusstrategie. Auf dem Weg zum nachhaltigen Qualitätstourismus hat die Hüttenkopfbahn das Land ein ganzes Stück weiter gebracht.

Markus Wallner, Vorarlberger Landeshauptmann